Infos zur Lokalen Agenda
UrsprungIn den 80er und 90er Jahren wurde die zunehmende Ungleichheit zwischen Völkern und innerhalb von Völkern, wachsende Armut, Hunger, Krankheit und Analphabetentum sowie die fortschreitende Schädigung des Ökosystems in der Öffentlichkeit immer deutlicher. Gemeinsame Anstrengungen aller Länder waren notwendig, um den Lebensstandard aller Menschen zu verbessern und um Ökosysteme zu schützen und besser zu bewirtschaften.
Aus diesem Grund fand 1992 in Rio de Janeiro die Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen statt. Das Ergebnis dieser Konferenz ist ein Handlungsprogramm für das 21. Jahrhundert, auch genannt Agenda 21. An der Ausarbeitung der Agenda 21 war die Bundesrepublik Deutschland maßgeblich mit beteiligt. Die Agenda 21 ist von über 170 Staaten unterzeichnet worden.
Die Agenda 21 enthält 40 Kapitel, in denen Ziele, Maßnahmen und Instrumente für eine zukunftsfähige Entwicklung vereinbart wurden.
Im Kapitel 28 geht es um Initiativen der Kommunen zur Unterstützung der Agenda 21. Darin heißt es, daß auf lokaler Ebene Handlungsprogramme für das 21. Jahrhundert aufgestellt werden sollen. Dies erfolgte aus der Erkenntnis heraus, das Probleme vor allem dort entstehen, wo viele Menschen zusammen leben, z.B. in Bezug auf die Abfallproduktion.Was ist Lokale Agenda 21?
Lokale Agenda 21 ist ein langfristiges Handlungskonzept für die ökologische, ökonomische und soziale Entwicklung einer Stadt.
Das Ziel ist eine zukunftsfähige Entwicklung der Kommune, wobei darunter die Verbesserung der Lebensgrundlagen vor Ort verstanden wird. Dabei sollen die Bedürfnisse der heute lebenden Menschen befriedigt werden, ohne das die Bedürfnisse kommender Generationen gefährdet werden.
Die zukunftsfähige Entwicklung der jeweiligen Gemeinde wird als Basis für eine weltweit nachhaltige Entwicklung gesehen.
In der Lokalen Agenda 21 sollen alle gesellschaftlichen Kräfte einer Stadt in einen Dialog über die Zukunftsfähigkeit treten und die dafür notwendigen Schritte erarbeiten. Am Anfang steht dabei die Erstellung eines gemeinsamen Leitbildes, da dies die Voraussetzung für zielgerichtetes Handeln ist.
Bei der Lokalen Agenda 21 soll die Eigenverantwortlichkeit der Bürgerinnen und Bürger gestärkt und das Anspruchsdenken an die Verwaltung verringert werden.
Der Ablaufprozeß einer Lokalen Agenda 21 ist nicht definiert, jede Lokale Agenda 21 ist abhängig von örtlichen Gegebenheiten und den jeweiligen Voraussetzungen der Gemeinde. Jede Lokale Agenda 21 ist anders.Lokale Agenda 21 in Baden-Württemberg
Insgesamt hat Baden-Württemberg über 1100 Gemeinden, von denen heute etwa jede 5. Gemeinde einen Beschluß zur Lokalen Agenda 21 gefaßt hat. Seit April 1998 gibt es das Agenda-Büro Baden-Württemberg, welches Gemeinden bei der Umsetzung von Beschlüssen zur Lokalen Agenda 21 unterstützen soll, insbesondere kleinere Gemeinden.
